Der Ernst des Lebens
Sodele, was mache ich nur? Ausgelernt und arbeitslos. Es führt kein Weg am Arbeitsamt vorbei, vielleicht haben die ja was für mich. Ach herrje – Eine Stelle in einer kleinen Klitsche als Elektriker auf dem Bau und mit wenig Lohn. Viel erinnerungswürdiges fällt mir zu diesem Job nicht ein. Ich habe da nur zwei Anektoten auf Lager.
Die Erste: Wir haben in einem Neubau geschafft und ich wollte für die Kabel die Schlitze vorbereiten. Dazu benutzt man auf dem Bau eine Mauerfräse, ein ziemlich unhandliches Ding aber besser als die Schlitze von Hand zu stemmen. Also, Maschine gepackt und los geht es. An einer Wand aus Ytong ist es dann passiert. Die Maurer haben vergessen die Wand zu fixieren und so bin ich dann mitsamt der Leiter und der Mauerfräse ganz langsam umgekippt und nicht nur die Ytongwand lag auf dem Boden. Das Gelächter der Maurer war nicht zu überhören, dabei hatten sie die Schuld. Und ich ein paar blaue Flecken.
Die zweite Geschichte ist eigentlich nicht spektakulär, eher amüsant. Die kleine Firma hatte einen Renault R4 Kombi als Baustellenfahrzeug. Dieses Teil hatte einige Kilometer auf dem Buckel und wohl schon wesentlich bessere Zeiten gesehen. Auf der Rückfahrt von einer Baustelle in Gelsenkirchen ist dann der Motor geplatzt. Sowas hatte ich noch nie erlebt. Es hat fürchterlich gescheppert, die Räder standen mit einem Ruck still und meine Nase klebte an der Windschutzscheibe. Diese Story geschah in einer Zeit vor den Mobiltelefonen. Als gestrandeter Elektriker habe ich dann vergeblich versucht irgendwo eine Telefonzelle zu finden um den Chef über das Malheur zu informieren.
Man soll es nicht glauben, es gab im Ruhrpott menschenleere und telefonlose Gebiete!