Abenteuer Kabelbau
Was für ein verrückter Job! Nach meinem Ausflug als Elektriker auf dem Bau und einer Kündigung (wahrscheinlich weil ich Gewerkschaftsmitglied war und immer noch bin) vermittelte mir das Arbeitsamt eine Stelle im Kabelbau.
Ich habe dort Strassenlaternen aufgestellt und angeschlossen. Ich hätte niemals vermutet wieviele Strassenlaternen im Stadtgebiet von Autofahrern getroffen werden und beschädigt am Boden liegen. Das war meine erste Tätigkeit im Kabelbau.
Es folgt der Tiefbau, ich habe in der Erde rumgewühlt um eine Muffe (das ist sowas wie eine überdimensionierte Lüsterklemme für Hochspannunsleitungen) erstens, zu finden und zweitens, sie durch eine Reparatur zu ersetzen. Die Verbindungsstellen in der Muffe wurden damals meist mit getränktem Ölpapier Lage für Lage umwickelt und dann mit aufgekochtem Bitumen vergossen. Das hat immer gestunken, jesses, nicht gerade angenehm. Und danach musste das Muffenloch wieder zugeschaufelt werden. Blöde Arbeit.
Viel interessanter war die Arbeit auf den Hochspannungsmasten. In luftiger Höhe die Isolatoren einzuhängen, die Hochspannungskabel von einem Mast zum anderen zu ziehen und dabei auf die Leute herabsehen, das hat schon Spaß gemacht.
Und dann habe ich 18 Monate meines Lebens Sicherheit produziert. Die Bundeswehr hatte großes Verlangen nach mir. Dieses Verlangen konnte ich nie teilen, deshalb bin ich wohl auch nie befördert worden. Aber auch diese Zeit ist vorüber gegangen.
Und jetzt – wieder arbeitslos!

