Sonne auf der Haut
Schlägel &Eisen Schacht 8. Ein Wetterschacht, einsam mitten in den Feldern vom Marler Süden.
Schichtende. Es ist 6:00 Uhr morgens, die Nachtschicht ist geschafft. Warten auf die Seilfahrt. Es ist Sommer und zum Feierabend kann man am Schacht die Sonne riechen.
Der Korb kommt, man steigt ein und ab geht es auf zu Tage. Das Schachtor öffnet sich und man muss die Augen zukneifen weil das Sonnenlicht durch den Staub in die Schachthalle scheint. 8 Stunden nur beim Licht der Kopflampe und jetzt die geballte Helligkeit und Wärme der Sonne. Was für ein Morgen. Nichts wie ab in die Kaue, die Klamotten ausziehen, beim Kauenwärter ein Bier holen, die Kippen und Feuerzeug schnappen und dann …
Dann ab in das feuchte Gras hinter dem Schacht. Nackig und dreckig liege ich im Gras und lasse mir die Sonne auf den Pelz brennen, rauche meine Zigarette und nuckel an meinem Bier. Der Geruch des Grases erinnert an die Kindheit, nur das ich damals nicht nackig darin gelegen habe. So bleibe ich manchesmal eine Stunde im nassen Gras und genieße das Leben. Dieses Gefühl nach der harten Arbeit ist unbeschreiblich, leider war das nur auf diesem Schacht möglich weil er irgendwo im nirgedwo gelegen war.

